Bambi kann sich nicht sicher sein, dass seine Mutter den Herbst noch überlebt

Gau-Algesheim (ots) Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober macht Wildtierschutz Deutschland darauf aufmerksam, dass die Jagd im Hinblick auf den Tierschutz nicht das ist, was die Lobbyorganisation „Jagdverband“ suggeriert. Vielmehr verursacht die Jagd unendliches Leid unter den Wildtieren. Von der Politik wird das weitgehend ignoriert, wohl auch deshalb, weil Jäger dort zehnmal stärker präsent sind als in der Bevölkerung.

Ricki und ihr Bambi.
Quellenangabe: „obs/Wildtierschutz Deutschland e.V./
Mirko Fuchs“

Schuss … und tot – gibt es auch, aber häufig ist es eben nicht so, dass der Schuss so präzise angesetzt wird, dass das Tier tot umfällt. Im Rahmen bestimmter Jagdformen, die meist im Spätherbst mit großem Jäger- und Hundeaufgebot durchgeführt werden, werden gemäß Studien bis zu 60 Prozent der Rehe mit einem Bauchschuss schwer verletzt. Eine Untersuchung zu Bewegungsjagden auf Wildschweine brachte hervor, dass nur etwa 30 bis 35 Prozent der Tiere unverzüglich mit Blattschuss getötet werden. Wesentlich häufiger sind nicht sofort tödliche Schüsse in den Unterkiefer, in die Beine, in den Rücken oder in den Bauch.

Wildvermarkter berichten, dass bei Drückjagden nicht selten bei zehn Rehen – ein erwachsenes Tier wiegt 20 bis 30 kg – insgesamt nur 20 kg des Wildbrets verwertet werden können, der Rest ist aufgrund des Leids der Tiere und dem damit verbunden Ausstoß von Stresshormonen verdorben. Wer das Fleisch dennoch verwertet, veräußert es meist als Wildgulasch.

Unter dem Vorwand die Zahl der Fasane, der Rebhühner und der Feldhasen stabilisieren zu wollen, werden seit Jahrzehnten Jahr für Jahr hunderttausende Füchse, Dachse, Baum- und Steinmarder und andere Beutegreifer getötet. Häufig werden dabei nach wie vor Fallen eingesetzt.

In vielen Regionen in Deutschland gibt es dennoch kaum noch Feldhasen, die Zahl der Fasane ist in den letzten 15 Jahren um etwa 80 Prozent zurückgegangen, das Rebhuhn ist vom Aussterben bedroht. Die Fuchsjagd führt jedoch lediglich dazu, dass die naturgegebene Geburtenregulierung außer Kraft gesetzt wird und die Vermehrungsraten – mit entsprechend verbundenem Elend – steigen. Bei unseren Nachbarn in Luxemburg ist die Fuchsjagd seit 2015 verboten – und es ist nicht zu den von Jagdkreisen prophezeiten Katastrophen gekommen.

Dass die vielgepriesene Waidgerechtigkeit nicht viel mehr ist als Blendwerk, verdeutlicht auch der Umstand, dass viele Tierarten selbst während der Aufzuchtzeiten ihrer Jungtiere gejagt werden. Darauf weist auch der Landesverband NRW der Berufsjäger hin: In den Wintermonaten des neuen Jahres seien Frischlinge auf die Bachen angewiesen.

Füchse bringen die ersten Welpen bereits im Januar und Februar zur Welt, genau dann, wenn im Rahmen von Fuchswochen die meisten dieser nützlichen Wildtiere getötet werden. In vielen Bundesländern hat der Fuchs nicht einmal eine Schonzeit. Ebenso ergeht es den Waschbären, deren Jungtiere eigentlich bis in den Herbst die Fürsorge ihrer Eltern benötigen. Der Feldhase hat mehrmals im Jahr Nachwuchs – auch dann noch, wenn im Oktober die unsäglichen Treibjagden beginnen. Selbst Bambi kann sich nicht sicher sein, dass seine Mutter den Herbst noch überlebt.

Wildtierschutz Deutschland e.V.
www.wildtierschutz-deutschland.de
www.facebook.com/wildtierschutz

Anpacken für den Waldwandel

Schülerinnen und Schüler der Goslarer Schule Am Harly arbeiten im Nationalpark Harz

Wer jüngst mit der Brockenbahn unterwegs war, konnte zwischen Drei Annen Hohne und Schierke fleißige Helfer bei der Arbeit beobachten:

Schülerinnen und Schüler der Schule Am Harly aus Vienenburg haben unter der Regie von Nationalpark-Förster Martin Bollmann Buchen gepflanzt, um den Waldwandel zu unterstützen. In der Kernzone entwickelt die Natur im Nationalpark ihre ganz eigene Naturdynamik, aber in der umgebenden Naturentwicklungszone wird als „Hilfe zur Selbsthilfe“ für den Wald auch gepflanzt.

Übernachtete hat die Schulklasse im Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle, einer Umweltbildungseinrichtung des Nationalparks Harz. „Die Schülerinnen und Schüler sind für eine Woche in unserem Haus unterbracht und unterstützen den Nationalpark Harz bei verschiedensten Tätigkeiten, derzeit hauptsächlich im Bereich der Waldentwicklung“, so der Leiter des Jugendwaldheims Thomas Schwerdt. Auf dem Gelände des Heimes in der Nähe von Braunlage wurde auch ein Teil der Buchen, die die Schülerinnen und Schüler gepflanzt haben, herangezogen. Die Bucheckern stammen aus zugelassenen Saatgutbeständen des Nationalparks Harz und wurden bereits von anderen Schülern regelmäßig gegossen und umsorgt.

Thomas Schwerdt erläutert: „Von der Buchecker über den Keimling bis zum jungen Baum, der jetzt ausgepflanzt werden kann, lernen die Schulkassen alle Pflanzenstadien kennen und pflanzen jetzt ihre Bäume für einen neuen Wald“. Praktisches Tun und Lernen bilden somit eine Einheit im Nationalpark Harz.

https://www.nationalpark-harz.de

Campustag des Wissens an der MSH Medical School Hamburg

Hochkarätige Vorträge, spannende Experimente und exklusive Einblicke zum Jubiläums-Campustag

Hamburg (ots) Beim Campustag des Wissens am Samstag, den 12. Oktober 2019, erhalten Besucher spannende Einblicke in den Hochschulalltag der MSH Medical School Hamburg – University of Applied Sciences and Medical University.

Beim Campustag des Wissens an der MSH Medical School Hamburg haben Besucher die Chance, Wissenschaft hautnah zu erleben und das Studienangebot von Psychologie über Soziale Arbeit bis Humanmedizin kennenzulernen. Quellenangabe: „obs/MSH Medical School Hamburg/PARHAM_KHORRAMI“

Zugleich können sie auch an hochaktuellen Wissenschaftsdiskursen direkt teilnehmen. Zum zehnjährigen Jubiläum der privaten, staatlich anerkannten Hochschule informieren beispielsweise Prof. Dr. Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Dr. Isak Stefanus de Wet Snyman von der WHO über aktuelle Gesundheitsthemen.

In der Gesundheitsversorgung werden Behandlungsrisiken oft nur unvollständig kommuniziert. Nutzen und Schaden von Behandlungen werden für Patienten häufig schwer verständlich oder gar irreführend dargestellt. Welche Techniken und Prinzipien für eine effiziente Risikokommunikation notwendig sind, erläutert Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Er hält zum Campustag des Wissens am 12. Oktober um 13 Uhr den Vortrag: »Risikokommunikation und Entscheidungsfindung: Welche Gesundheitskompetenzen benötigen Health Professionals und Patienten?«

Eine Prognose für die Zukunft der Gesundheitsversorgung bietet der englischsprachige Vortrag »Health and future: Interprofessional education and collaborative practice«. Dr. Isak Stefanus de Wet Snyman von der südafrikanischen Stellenbosch University und dem Family of International Classification Network (WHO-FIC), der selbst Erfahrungen in der interprofessionellen Ausbildung von Health Professionals mitbringt, referiert um 11:45 Uhr zu den Chancen der patientenorientierten interprofessionellen Pflege (IPECP) für ein faireres und effizienteres Gesundheitssystem.

Einblicke in die Forschungsarbeit der MSH erhalten Interessierte beim Campustag des Wissens im Themenraum des IRE Institute of Research and Education GmbH. Von 10 bis 16 Uhr werden dort Versuche zu interaktiven Wahrnehmungsphänomenen rund um das Thema »Verwirrung der Sinne« demonstriert. Besucher können plastische Sinnestäuschungen erleben, ihre Fähigkeit zur Perspektivübernahme erproben und Scheinbewegungen mit der Hand oder mittels der Kraft ihrer Gedanken steuern.

Klinikalltag hautnah erleben können Besucher zudem bei der Intensiven MSH. Im Rahmen des MSH-Jubiläums wird vom 11. Oktober, 13 Uhr bis 12. Oktober, 19 Uhr im Hochschulgebäude Am Kaiserkai 1 rund um die Uhr eine voll funktionsfähige Intensivstation zum Anfassen nachgestellt. Anhand von verschiedenen Notfallszenarien und Impulsvorträgen aus den Bereichen Notfallversorgung sowie Intensivmedizin wird so der verantwortungsvolle Tagesablauf von Medizinern, Rettungs- und Pflegepersonal nachvollziehbar.

Wie sieht es hinter den Kulissen der MSH Medical School Hamburg aus?

Am Samstag, den 12. Oktober 2019, öffnet die private, staatlich anerkannte Hochschule am Campus in der HafenCity ihre Türen für Schüler, Eltern, Studierende und Interessierte. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr können sich Besucher mit Lehrenden, Mitarbeitern und Studierenden austauschen, die Studiengänge kennenlernen und sich in Kurzvorträgen informieren.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.medicalschool-hamburg.de/jubilaeum/campustag-des-wissens